Kurzinfo
Naturerbefläche:
Oranienbaumer Heide
Größe:
2.114 ha
Bundesland/Landkreis:
Sachsen-Anhalt/Wittenberg
Ehemalige Nutzung:
Übungsplatz für Schieß- und Panzerübungen bis 1992
Eigentümer:
Pate:
Hochschule Anhalt
Lage:



























Kontakt
Hochschule Anhalt
Prof. Dr. Sabine Tischew
Prof. Dr. Birgit Felinks
Strenzfelder Allee 28
06406 Bernburg
Tel. 03471 / 355 1217

Naturstiftung David
Katharina Kuhlmey
Tel. 0361 / 555 03-37
Trommsdorffstr. 5
99084 Erfurt
Patenschaft „Oranienbaumer Heide”
Die Hochschule Anhalt hat im Juli 2007 für die von der DBU Naturerbe GmbH langfristig betreute Naturerbefläche Oranienbaumer Heide eine Patenschaft übernommen. Die ehemals militärisch genutzte Fläche befindet sich südöstlich der Stadt Dessau-Roßlau. Die Hochschule Anhalt unterstützt die DBU Naturerbe GmbH in ihren Aktivitäten vor Ort.

Die Oranienbaumer Heide ist nahezu vollständig als Naturschutzgebiet (NSG) sowie als FFH- und SPA-Vogelschutzgebiet ausgewiesen, sie gehört damit zum europäischen Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000. Teile der Fläche liegen im Biosphärenreservat „Mittelelbe“. Naturräumlich ist die Oranienbaumer Heide durch eine mitten durch das Gebiet verlaufende geologische Grenze zweier Großlandschaften geprägt. Der nördliche und zentrale Teil gehört zum „Oranienbaumer Talsandgebiet“ des Elbe-Elster-Tieflandes. In diesem Bereich stehen hauptsächlich Sande an. Die „Gräfenhainicher-Söllichauer-Platte“ im südlichen Teil des Gebietes ist hingegen durch Grundmoränen und teilweise auch Endmoränenzügen charakterisiert und weist Bändersande mit einer Unterlagerung durch Geschiebemergel auf.
Biologische Besonderheiten

Infolge des kleinräumigen Mosaiks der verschiedenen Boden- und Geologieverhältnisse sowie als Folge des langjährigen militärischen Übungsbetriebes hat sich in dem Gebiet eine hohe Arten- und Lebensraumvielfalt der Offenlandschaften entwickelt. Prägend für den zentralen Bereich der Oranienbaumer Heide sind Zwergstrauchheiden, basenreiche Sandrasen, offene Binnendünen, Moränenzüge sowie wärmeliebende Säume und Ruderalfluren. Aus avifaunistischer Sicht ist in den Offenlandbereichen u.a. das Vorkommen von Heidelerche, Brachpieper, Ziegenmelker, Braunkehlchen, Grauammer und Neuntöter hervorzuheben.
Aktivitäten des Paten zur Fläche

Infolge der Einstellung der militärischen Nutzung ist gegenwärtig eine bereits weit fortgeschrittene Verbuschung der Heideflächen und der Sandrasen festzustellen. Zudem sind erste Alterungserscheinungen bei der Besenheide (Calluna vulgaris) erkennbar. In den basenreichen Sandrasen sind Verstaudungstendenzen problematisch und auf den Binnendünen gefährdet ein Einwandern von Land-Reitgras (Calamagrostis epigejos) den Fortbestand der Silbergraspionierfluren. Angesichts dieser Defizite entwickelt und erprobt die Hochschule Anhalt in enger Abstimmung mit der DBU standortangepasste und auch langfristig finanzierbare Nutzungs- und Pflegestrategien. So wurde im Rahmen eines von der DBU geförderten Forschungs-vorhabens im Herbst 2008 eine extensive Ganzjahresstandweide mit Robustrassen (Heckrinder, Konikpferde) im südlichen Bereich der „Oranienbaumer Heide“ eingerichtet. Parallel dazu werden umfangreiche Arbeiten zur naturschutzfachlichen Erfolgskontrolle durchgeführt. Dazu werden auf einer gröberen Maßstabsebene die Auswirkungen der Maßnahmen auf Flächenumfang und -verteilung der FFH-Lebensraumtypen untersucht. Auf der feineren Maßstabsebene werden die konkreten Auswirkungen der Weidetiere auf die Ausprägung der FFH-Lebensraumtypen sowie auf ihre Habitateignung für wertgebende Tier- und Pflanzenarten analysiert. Ausgehend von den Ergebnissen der wissenschaftlichen Untersuchungen soll eine kontinuierliche Anpassung und Optimierung der Pflege- und Entwicklungsstrategien gewährleistet werden.
Die Patenschaft ist Bestandteil eines bundesweiten Projektes zur langfristigen Sicherung national bedeutsamer Naturschutzflächen.

Übersicht der Patenschaften

Projektinformation „Patenschaften Naturerbe“


Publikationen

Faltblatt zum Projekt (800 kB)






































ein Projekt der


Das Projekt wurde gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU).
  aktualisiert am 10.03.2014