Kurzinfo
Naturerbefläche:
Henneberger Hang bei Johanngeorgenstadt
Größe:
20 ha
Bundesland/Landkreis:
Sachsen/Mittlerer Erzgebirgskreis
Ehemalige Nutzung:
NVA-Schießplatz bis 1990
Eigentümer:
Staatsbetrieb Sachsenforst
Pate:
NaturschutzverBUND Erzgebirge e.V.
Lage:


























Kontakt
BUND Landesverband Sachsen
Wolfgang Riether
Henriettenstr. 5
09112 Chemnitz
Tel. 0371 / 301477

Naturstiftung David
Katharina Kuhlmey
Tel. 0361 / 555 03-37
Trommsdorffstr. 5
99084 Erfurt
Patenschaft „Henneberger Hang”
Der NaturschutzverBUND Erzgebirge e.V. hat im Jahr 2008 eine Patenschaft für die Naturschutzfläche Henneberger Hang übernommen. Das Gebiet ist Teil der 134 Hektar umfassenden ehemaligen Militärfläche „Johanngeorgenstadt“ und befindet sich in der Kammlage des Westerzgebirges. Dort öffnet sich in einer Höhenlage von 860 bis 890 m NN der ausgedehnte Berg-Fichtenwald und gibt eine lichtoffene und waldfreie Fläche von ca. 20 Hektar frei. Es handelt sich um ein für den Naturraum „Oberes Westerzgebirge“ untypisches, eng verzahntes Mosaik aus Zwergstrauchheiden, Borstgrasrasen, Bergwiesenfragmenten und Kleingewässern. Zahlreiche seltene und geschützte Arten haben hier ein Refugium gefunden.

Auf Grund der wertvollen Naturausstattung des Henneberger Hanges wurden die Flächen in das FFH-Gebiet „Erzgebirgskamm am kleinen Kranichsee“ und in das Europäische Vogelschutzgebiet (SPA-Gebiet) „Westerzgebirge“ aufgenommen. Im Rahmen der Neufestsetzung des NSG „Kleiner Kranichsee“ ist auch eine Einbindung in dieses Naturschutzgebiet vorgesehen.
Biologische Besonderheiten

Der Henneberger Hang beherbergt zahlreiche floristische Seltenheiten. So kommen u.a. mehrere Bärlapp-Arten vor, wie Keulenbärlapp. Alpen-Flachbärlapp, Isslers Flachbärlapp und Gewöhnlicher Flachbärlapp. Weiterhin sind zahlreiche seltene Pilz-Arten wie Heiderötling, Schwarzblauer Rötling, Täuschende Erdzunge, Heide-Keule, Blasser Adermoosling sowie Trichterförmiger-, Kegeliger und Kratweide-Saftling anzutreffen. Auch zahlreiche Insektenarten finden im Gebiet einen Lebensraum, z.B. die seltenen und gefährdeten Heuschreckenarten Kleine Goldschrecke, Kurzflügelige Beißschrecke, Bunter Grashüpfer, Rösel´s Beißschrecke, Rote Keulenschrecke, Große Goldschrecke, und Nachtigall-Grashüpfer. Tagfalter, wie z.B. Hochmoor-Gelbling, Wachtelweizen-Scheckenfalter, Rundaugen-Mohrenfalter, Großer Perlmuttfalter, Kleines Wiesenvögelchen und Dukatenfalter nutzen die blütenreiche Vegetation als Saugbiotop. Die Kleingewässer des Gebietes werden von Libellen-Arten wie Speerazurjungfer, Torf- und Braune Mosaikjungfer angenommen. Am Henneberger Hang befindet sich außerdem eines der größten Kreuzotter-Vorkommen in Sachsen.
Aktivitäten des Paten zur Fläche

Der NaturschutzverBUND Erzgebirge engagiert sich gemeinsam mit verschiedenen Partnern seit mehreren Jahren für den Erhalt sowie die Pflege und Entwicklung des Gebietes. Dabei übernimmt die Naturschutzstation Westerzgebirge seit 1994 die Pflege der Bergwiesen und die Gestaltung von Lebensräumen. Der Arktisch-Alpine Garten Chemnitz betreut seit 2001 im Rahmen eines landesweiten Artenhilfsprogramms die Bärlapp-Vorkommen im Gebiet. Gemeinsam mit dem Flächeneigentümer, dem Staatsbetrieb Sachsenforst, setzen sich alle Beteiligten für die langfristige Erhaltung und Entwicklung der wertvollen Lebensräume ein.

Internetseite des Paten: bund-sachsen.de

Die Patenschaft ist Bestandteil eines bundesweiten Projektes zur langfristigen Sicherung national bedeutsamer Naturschutzflächen.

Übersicht der Patenschaften

Projektinformation „Patenschaften Naturerbe“


Publikationen

Faltblatt zum Projekt (330 kB)
































ein Projekt der


Das Projekt wurde gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU).
  aktualisiert am 10.03.2014