Kurzinfo
Naturerbefläche:
Ringfurther Elbauen
Größe:
1.293 ha
Bundesland/Landkreis:
Sachsen-Anhalt/Altmarkkreis Salzwedel, Jerichower Land, Ohrekreis
Ehemalige Nutzung:
Militärisches Übungsgelände bis 1993
Eigentümer:
Pate:
NABU Kreisverband Stendal e.V.
Lage:






































Kontakt
NABU Kreisverband Stendal
Dr. Peter Neuhäuser
Querstraße 22
39517 Buch/Elbe
Tel. 039362 / 81673
Fax: 039362 / 81674

Naturstiftung David
Katharina Kuhlmey
Tel. 0361 / 555 03-37
Trommsdorffstr. 5
99084 Erfurt
Patenschaft „Ringfurther Elbauen”
Der NABU Kreisverband Stendal e.V. hat im Jahr 2008 für die von der DBU Naturerbe GmbH langfistig betreute Naturerbefläche Ringfurther Elbauen eine Patenschaft übernommen. Die ehemals als militärische Elbübersetzstelle genutzte Naturschutzfläche erstreckt sich entlang der Elbe zwischen Magdeburg und Tangermünde auf ca. 20 Stromkilometern. Der NABU Kreisverband Stendal unterstützt die DBU Naturerbe GmbH in ihren Aktivitäten vor Ort.

Es handelt sich um eine ökologisch wertvolle Flusslandschaft, in der sich viele auentypische Lebensräume erhalten konnten. Das Gebiet umfasst die breite Flussaue mit natürlichem Steil- und Hochflutufer auf der Nordseite der Elbe und verläuft im Süden bis zu den Hochflutdeichen. Die regelmäßig überflutete Flussaue enthält zahlreiche Flutmulden, Kolke, Altwässer und teilweise verlandete alte Elbarme. Im gesamten Gebiet mäandriert die Elbe in weiten Schleifen, so dass sich örtlich ausgedehnte Gleit- und kleinflächig auch natürliche Prallhänge entwickeln konnten. An einigen Stellen blieben Reste der typischen Auwaldvegetation erhalten, bzw. konnten sich in den letzten Jahren wieder in Richtung naturnaher Lebensräume entwickeln.

Die Naturerbefläche Ringfurther Elbauen befindet sich im Biospärenreservat Mittelelbe und ist Bestandteil des FFH-Gebietes „Elbaue bei Bertingen“ sowie des Vogelschutzgebietes „Elbaue bei Jerichow“. Sie gehört damit zum europäischen Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000. Außerdem ist die Fläche Teil des Feuchtgebietes internationaler Bedeutung (Ramsar) „Aland-Elbe-Niederung und Elbaue Jerichow“.
Biologische Besonderheiten

Die Elbufer der Naturschutzfläche dienen vielen Greifvögeln wie Seeadler, Fischadler und Wanderfalke als Nahrungshabitat. Austernfischer, Flussseeschwalbe und Flussregenpfeifer finden auf den offenen Sand- und Schlickflächen ideale Brutbedingungen. Elbebiber und Fischotter nutzen die Ufer zum Nahrungserwerb und als Wanderkorridor. Die Altarme hingegen stellen zentrale Amphibienlaichplätze sowie Lebensräume einer artenreichen Libellenfauna dar. Sie dienen darüber hinaus als wichtige Brut-, Rast-, Sammel- und teilweise auch Überwinterungsplätze für Enten und Gänse, Säger, Reiher und nordische Schwäne. Eine besondere Bedeutung haben die Altarme als Bruthabitat der vom Aussterben bedrohten Trauerseeschwalben. Auch viele Insektenarten, z.B. viele Wildbienen-Arten und die Blauflügel-Ödlandschrecke haben auf der Naturerbefläche einen Lebensraum gefunden. Die Pflanzenwelt weist ebenfalls zahlreiche seltene gewordene Arten auf, wie z.B. die Wasserfeder, der Schimmfarn oder das Pfirsichblättrige Veilchen.
Aktivitäten des Paten zur Fläche

Der NABU-Kreisverband Stendal engagiert sich seit 1992 für die naturschutzgerechte Entwicklung der Ringfurther Elbauen und unterbreitete schon früh mehrere Vorschläge zur Ausweisung als Naturschutzgebiet. Seit 1995 wird das Gebiet kontinuierlich von der „NABU-Landschaftswacht Elbtal“ betreut. In Kooperation mit Partnern konnten seither einige ökologische Verbesserungen erreicht werden, z.B. der Rückbau ehemals militärisch genutzter Querbuhnen. Zwischen 2005 und 2007 hat der NABU über 100 Hektar der Altwässer erworben und so langfristig für den Naturschutz gesichert. Außerdem erfolgten spezielle Artenschutzmaßnahmen, wie z.B. die Ausbringung von Nistflößen zur Förderung der Trauerseeschwalbe.

Der NABU plant in enger Abstimmung mit der DBU Naturerbe als Flächeneigentümer die Entwicklung und Umsetzung weiterer Projekte. So sind z.B. Renaturierungen der Altwässer und Beweidungsprojekte in Teilbereichen der Aue angedacht. Auch im Bereich Umweltbildung und sanftem landschaftsangepassten Tourismus möchte sich der Verein engagieren. Erste Angebote sind bereits entwickelt und werden als Naturexkursionen zu Fuß, als Paddel- oder Radtouren angeboten.

Internetseite des Paten: elbetourist.de
Die Patenschaft ist Bestandteil eines bundesweiten Projektes zur langfristigen Sicherung national bedeutsamer Naturschutzflächen.

Übersicht der Patenschaften

Projektinformation „Patenschaften Naturerbe“


Publikationen



















































ein Projekt der


Das Projekt wurde gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU).
  aktualisiert am 10.03.2014