Kurzinfo
Naturerbefläche:
Glücksburger Heide
Größe:
ca. 2.600 ha
Bundesland/Landkreis:
Sachsen-Anhalt/Landkreis Wittenberg
Ehemalige Nutzung:
Militärfläche bis 1990
Eigentümer:
Pate:
NABU Kreisverband Wittenberg e.V.
Lage:





































Kontakt
NABU Kreisverband Wittenberg e.V.
Dr. Bernd Simon
Im Winkel 4
06922 Plossig
Tel. 03538 / 623761


Naturstiftung David
Katharina Kuhlmey
Tel. 0361 / 555 03-37
Trommsdorffstr. 5
99084 Erfurt
Patenschaft "Glücksburger Heide"
Der NABU Kreisverband Wittenberg e.V. hat im Jahr 2009 für die von der DBU Naturerbe GmbH langfristig betreute Naturerbefläche Glücksburger Heide eine Patenschaft übernommen. Die ehemals militärisch genutzte Naturschutzfläche befindet sich im Osten Sachsen-Anhalts, östlich der Lutherstadt Wittenberg. Der NABU Kreisverband Wittenberg unterstützt die DBU Naturerbe GmbH in ihren Aktivitäten vor Ort.

Naturräumlich zählt die Glücksburger Heide zum "Südlichen Fläming-Hügelland". Das eiszeitlich geprägte Gebiet ist weitgehend eben. Aus den mächtigen Sanden haben sich Braunerde-Podsole bzw. Podsole entwickelt. Der größte Teil der Glücksburger Heide ist fließgewässerfrei. Mit 500 bis 550 mm mittlerem Jahresniederschlag zählt der Naturraum zu den niederschlagsarmen Gebieten Ostdeutschlands. Mikroklimatisch begünstigt die partielle Offenheit des Gebietes die Ausbildung von Temperaturextremen im bodennahen Bereich sowie eine stärkere Austrocknung.

Die Glücksburger Heide wird großflächig von subkontinentalen Kiefern-Eichenwäldern bestimmt. Im Zentrum der Fläche sowie in den nördlich und südlich gelegenen Bereichen befinden sich großflächige Offenlandbiotope mit Zwergstrauchheiden und Sandtrockenrasen. Diese sind durch die militärische Nutzung des Gebietes mit Panzerfahr- und Schießplatzbetrieb sowie Bombenabwurf- und Hubschrauberlandeplatz entstanden. Die Offenlandflächen sind seit Ende der militärischen Nutzung zunehmend von Sukzession bedroht. Im Westen der Glücksburger Heide befinden sich mit den "Marcolinischen Wiesen" wertvolle Feuchtlebensräume.
Biologische Besonderheiten

Die Glücksburger Heide bietet zahlreichen seltenen und geschützten Tier-und Pflanzenarten einen Lebensraum. Bisher wurden mindestens 127 Vogelarten erfasst, darunter die Offenlandarten Wiedehopf, Ziegenmelker, Neuntöter und Ortolan. In den Waldgebieten sind Schwarzspecht und Wespenbussard zu Hause. Auch das Vorkommen seltener Insektenarten im Gebiet ist bemerkenswert. Unter den Tagfaltern zählen Heidebläuling, Rostbinde, Eisenfarbiger Samtfalter sowie Kleines Ochsenauge dazu. Auch zahlreiche Heuschreckenarten, wie der Warzenbeißer, die Bauflügelige Sandschrecke und der Steppengrashüpfer sind im Gebiet vertreten. Unter den Spinnentieren sind die Rote Röhrenspinne sowie der Ammen-Dornfinger zu nennen.
Das Arteninventar der Marcolinischen Wiesen weicht von dem der trockeneren Heideflächen deulich ab. Hier findet man z.B. unter den Heuschreckenarten die Kurzflügelige Schwertschrecke, die Sumpfschrecke und die Kleine Goldschrecke. Zu den an die vorhandenen Kleingewässer gebundenen Libellenarten zählen Große Moosjungfer sowie Kleine und Nordische Moosjungfer. Außerdem sind Glattnatter, Blindschleiche, Kammmolch sowie Knoblauchkröte im Gebiet vertreten.

Auch die Flora der Glücksburger Heide beherbergt viele seltene Arten. Auf den weitläufigen Heidekraut-Heiden zählen Sand-Strohblume und Knorpelkraut dazu. Die Feucht- und Naßgrünlander der Marcolinischen Wiesen zeigen trotz unzureichender Pflege in den vergangenen Jahren noch Fragmente von Pfeifengraswiesen und Borstgrasrasen. Neben den namensgebenden Gräsern sind hier z.B. auch das Gemeine Kreuzblümchen sowie die Kümmel-Silge zu finden.
Aktivitäten des Paten

Der NABU Kreisverband Wittenberg wirkt seit mehreren Jahren bei biogeographische Erfassungen zu ausgewählten Artengruppen in der Glücksburger Heide mit. Darüber hinaus berät der Verein öffentliche Stellen und Interessenträger zu naturschutzfachlichen Fragestellungen im Gebiet. Außerdem ist der NABU Wittenberg in der Umweltbildung sowie in der Öffentlichkeitsarbeit aktiv.
Die Patenschaft ist Bestandteil eines bundesweiten Projektes zur langfristigen Sicherung national bedeutsamer Naturschutzflächen.

Übersicht der Patenschaften

Projektinformation „Patenschaften Naturerbe“





























































ein Projekt der


Das Projekt wurde gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU).
  aktualisiert am 10.03.2014